Bisherige Ergebnisse

Das umfassende easyCare Assistenz- und Servicekonzept für pflegende Angehörige wird über eine Internet-Plattform zur Verfügung gestellt, die der Zielgruppe bedarfsgerechte Service- und Dienstleistungen zur Pflegeunterstützung anbietet. Im Vordergrund stehen unterschiedliche Teilaspekte. Die Bereitstellung eines Internetportals zur situationsgerechten Unterstützung mit Pflegeinformationen und multimedialen Pflegeschulungsinhalten, die damit verknüpfte Vermittlung von bedarfsgerechten Dienstleistungen lokaler Pflegedienstleister, die über die easyCare-Internet-Plattform bei Bedarf zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen angeboten werden, sowie die Einbindung einer Social-Networking Komponente zum Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen pflegenden Angehörigen über thematisch und regional definierte Nutzer- und Selbsthilfegruppen. Das Webportal mit der endgültigen funktionellen und inhaltlichen Kernausrichtung wird aktuell einem finalen Test unterzogen. Der Schwerpunkt liegt hier in der Bewertung der Community. Dabei geht es vor allem um die Gesamtstruktur der Community und die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten für die Community-Mitglieder.


Neben den fehlenden Informationsmöglichkeiten für Angehörige, die durch das Portal unterstützt werden, zeigte sich in der Analysephase ebenfalls der Bedarf an Sicherheit bezüglich der Situation und des Zustands der Pflegebedürftigen sowie fehlende Anleitung und Organisationshilfen. Aus diesem Grund wurde zu Beginn des Projektes analysiert, welche Situationen im häuslichen Umfeld für die Unterstützung pflegender Angehöriger erkannt und von easyCare unterstützt werden sollten. Welche Parameter und Kennzeichen durch ambiente Sensoren erfasst werden können und inwiefern diese Daten dazu geeignet sind, Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten zu erkennen waren dabei wichtige Erkenntnisse. So konnten, gemeinsam mit Anwendern und Fachkräften aus der Pflege, fünf relevante Teilbereiche für das Monitoringsystem definiert werden. Die durch verschiedene Sensoren aufgezeichneten Daten werden von der easyCare Monitoringplattform genutzt, um auf komplexere Zustände des Pflegebedürftigen zu schließen und ggf. Aktionen, wie das Versenden eines Notrufs bei Problemsituationen abzuleiten.

Testuser beim Senioren-Technik-Tag 2012

Außerdem wurden beim Ausbau des easyCare Systems zur Anbindung von Monitoringdiensten unterschiedliche Anwendungszwecke ausgemacht und hierfür jeweils passende Systemtopologien auf Basis unterschiedlicher Bustechnologien entwickelt. Je nach Anwendungsfeld (Betreutes Wohnen, Pflegeheim, Wohnen im häuslichen Umfeld) kommen hier in Kombination mit der OpenAAL Middleware Systeme auf Basis von IP Technologien, wie dem RaumComputer System, oder KNX/EIB basierte Systeme zum Einsatz. Neben der Entwicklung wurde eine mehrstufige Evaluationsmethodik gewählt. Um die häuslichen Assistenzsysteme und die Monitoringsysteme adäquat zu untersuchen, haben sich Living Labs als Entwicklungs- und Validierungsinstrument etabliert. Sie bieten die Möglichkeit, in einer realitätsnahen Wohnumgebung Technologien zu integrieren und diese mit direkter Anwendereinbindung zu testen.

Das FZI Living Lab AAL diente 2011 als Grundlage für erste Testläufe der entwickelten Szenarien. Insbesondere die Fehlerrobustheit der Szenarien und Besonderheiten im Nutzerverhalten konnte getestet werden, indem Probanden, die nicht mit der Implementierung des Systems vertraut waren, grob strukturierte Anleitungen erhielten, wie sie sich im Living Lab verhalten sollen. In einer zweiten Phase, die Ende 2011 startete, werden auf der Technologie basierende Dienstleistungen mit mehreren Testanwendern qualitativ in Bezug auf Akzeptanz und Nutzen evaluiert. Dabei wurden statt selbstständig zu Hause lebenden Probanden Bewohner im Betreuten Wohnen gewählt, da hier eine bessere Beobachtung und Bewertung möglich ist. Die Probanden sind über 80 Jahre alt und überwiegend selbstständig. Die Rolle der pflegenden Angehörigen im Zielmarkt wird dabei in der Evaluation von Betreuungskräften übernommen. Zu Beginn wurden lediglich die Technologien installiert, um erste Langzeit-Erfahrungen über die Zuverlässigkeit und Lauffähigkeit des Systems gewinnen zu können. Nun können die Betreuer das Monitoringsystem nutzen, um Warnungen zu entstandenen Problemlagen einzusehen.

AAL Technik (Sensoren, Kabel und Router) mit der eine Wohnung ausgerüstet wird



Ein Türkontaktsensor ist einfach und schnell angebracht.

Da Technologien, wie beispielsweise die entwickelten Assistenzsysteme, im Rahmen eines Geschäftsmodells ohne entsprechende Dienstleistungen nicht funktionstüchtig sind, werden Angehörige in easyCare beispielsweise zusätzlich durch Pflegeberatungsdienste unterstützt. In der Pflegeberatung werden alle für die wohnortnahe Versorgung in Betracht kommenden gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen, und selbstverständlich auch technische Unterstützungs­an­gebote koordiniert und aufeinander abgestimmt.

Für eine effiziente Durchführung und Dokumentation der Pflegeberatung ist eine IT-Unterstützung unabdingbar. Durch Einführung einer im Projekt entwickelten Case Management Software können Hilfen passgenau auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden zugeschnitten werden. Bereits erhobene Informationen über den Klienten werden strukturiert und übersichtlich in der EDV dargestellt. Verschiedene Assessmentinstrumente können hierbei eingesetzt werden. Während der Phase der Maßnahmenplanung werden gemeinsam mit dem Klienten Ziele und Maßnahmen (Versorgungsplan) geplant. Die Software unterstützt die Entscheidungsfindung, indem sie fall- und prozessbezogenes Wissen zur Verfügung stellt. Der Case Manager sucht in der Software verschiedene Dienstleister aus und verteilt die Aufgaben an diese Stellen (z.B. ambulanter Pflegedienst, Ärzte, etc.).

Zusätzlich ermöglicht die Software noch die Einsicht in die Daten und Warnungen des Monitoringsystems. Sämtliche Informationen zum Fall werden durchgängig über Software zugänglich gemacht. Dies erleichtert die Beurteilung des aktuellen Zustands des Falls um somit zeitnah reagieren zu können.

Startschuss im Karl-Walser-Haus des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg für die Langzeitstudie der im Projekt easyCare entwickelten häuslichen Assistenzsysteme.

Zusätzlich zu einem passenden Geschäftsmodell für die Anbieter, werden vielschichtige Dienstleistungen im easyCare Projekt für die pflegenden Angehörigen mit einem neuartigen Ansatz entwickelt. Hierfür wird eine Kombination der existierenden Geschäftsmodell- und Serviceentwicklungsansätze genutzt sowie Produkte und Informationen als Bündel von Dienstleistungen klassifiziert. Das Nutzenbündel auf Nachfragerseite bzw. Leistungsbündel auf Anbieterseite stellt hierbei eine Kombination von Teilleistungen (Sachleistungen, Dienstleistungen und Rechte) dar, die im Rahmen des easyCare Projekts erbracht werden können. Um diese Dienstleistungsbündel zu definieren, hat das Projektkonsortium Dienstleistungen mit AAL- und Pflegebezug beschrieben, mit Kundenwünschen abgeglichen, priorisiert und in Dienstleistungsbündel zusammengefasst.

Wertschöpfungsarchitektur Community & Portal
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Testportal:


Die Testphase ist beendet.


Downloads:


Summary Stand Mai 2012 (PDF)


Abschlussveranstaltung


5. Juli 2012
9.30 bis 16.15 Uhr,
Stuttgart


Abschlussveranstaltung easyCare

Schöne neue Welt der Technik!?
Perspektiven im Einsatzfeld der Assistenz bei Hilfebedarf